Puppentheater

Ach, schön, dass diesmal beim Thema Magerwahn nicht ein Mädchen Auslöser der Debatte (die im The Guardian auftauchte) ist. Nein, es geht um Jungs. Genauer: Jungs in Form von Schaufensterpuppen.

In diesem Monat stellt nämlich der britische Schaufensterpuppenhersteller Rootstein seine neue Kollektion "Young & Restless" vor - inspiriert von Model Boys, Rock-Schick und was weiß ich was alles. Und weil die Jungs-Puppen in Röhrenjeans und schmale Hemdchen und T-Shirts passen sollen (passend zum Inspirations-Look), fallen sie ein bisschen dünner aus. In Zahlen: Brustumfang 88,9 cm, Taille 68,6 cm - was jeweils 28 cm weniger sein sollen, als beim normalen britischen Mann so vorhanden sind (liebe männliche Leser, könnt Ihr schnell mal bei Euch Maß nehmen? Nur mal so zum Europa-Vergleich? Danke).

Und genau an dieser Stelle wurde die Kritik von Verbänden laut. Die Figur der Puppen sei unrealistisch dünn und könne bei Jungs Magersucht oder Bulimie fördern. „Unrealistische Bilder, wie diese Figuren, kommen in der Modewelt und den Medien noch immer häufig vor und der Druck, der durch sie ausgelöst wird, kann das Selbstwertgefühl von jungen und verletzlichen Menschen oft herabsetzen", wird etwa ein Sprecher von B-eat, einer UK-Organisation gegen Essstörungen, zitiert.

Rootstein wiederum meint: Alles Quatsch. Teenager seien eben dünner, allein um in die Trend-Klamotten zu passen. Und die Puppen stünden nun mal für Teenager.

Ich kommentiere das nun nicht. Es war mir diesen Post aber wert, weil ich die Debatte zwar ermüdend finde, aber der Aufhänger diesmal ganz interessant war.

Fotos: screenshot rootstein.com

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