Lese-Tipp: Clog heißt Klotschen

Dass Joëlle Murray, die Autorin des im April 2010 erschienenen "Wörterbuch der Mode", eine staatlich geprüfte Übersetzerin ist, keine Lifestyle-Journalistin, erkennt man an ihren gewählten Worten wie "Kanevas" (= Canvas). Eine Elle-Redakteurin würde Louis Vuittons Materialangabe "Monogram Canvas" schlicht mit "Monogram Canvas" übersetzen (LV mag das so). Ich verwende gern "beschichtetes Segeltuch", aber man lernt ja nie aus.

264 Seiten starkes Wörterbuch mit sämtlichen Modebegriffen in Deutsch, Englisch und Französisch.

Begriffe, die leicht verwechselt werden können, werden neben der reinen Übersetzung mit Illustrationen erklärt: z.B. "Cutaway" und "Frack". Auch Begriffe, zu denen nicht jeder eine Vorstellung hat, bekommen eine Zeichnung, z.B. "Jabot". In "Kapitel 7: Muster und Drucke" sind Argyle- und Fischgratmuster, Glencheck, Hahnentritt, Nadelstreifen, Paisley, Tartan, Toile de Jouy und Vichy-Karo abgebildet, Bajadere-Streifen aber leider nicht.

Joëlle Murrays "Wörterbuch der Mode". Von Reclam, ca. 9 Euro

Kapitel 5: Schuhe

Wie könnte man Victoria Beckhams Heel-losen Schuh (von Antonio Berardi) oder Lady Gagas Pferdehufe nennen? In der dritten Reihe, zweiter Schuh von links, ist die "Chopine" illustriert - ein Vorläufermodell des extremen Plateau-Schuhs.

Bis zum 20. September 2010 gibt es übrigens eine Schuh-Ausstellung "On a Pedestal: From Renaissance Chopines to Baroque Heels" im Bata Shoe Museum in Toronto, Kanada.

Bei "Ankle Boots" (im deutschen Schuhe-Teil) wird auf Stiefelette und Halbstiefel verwiesen - schade, hatte auf einen neuen Begriff gehofft. "Clog" heißt "regional auch: Klotschen". "Flipflop" wird aufgeführt, Zehenspreizer nicht.

Fotos: modepilot/modejournalistin

Modepilot
Modepilot ist Deutschlands erster Modeblog. Mit seiner Gründung in 2007 war und ist er Vorreiter der unabhängigen Mode-Berichterstattung. Noch heute wird die Seite leidenschaftlich von Mitgründerin Kathrin Bierling geführt. Sie ist eine ausgebildete und erfahrene Journalistin, die zunächst bei der Financial Times lernte und arbeitete und dann einige Jahre bei der WirtschaftsWoche beschäftigt war, bevor sie die Seiten Harpersbazaar.de, Elle.de und InStyle.de verantwortete. An Modepilot liebt sie, dass sie die Seite immer wieder neu erfinden muss, um am Puls der Zeit zu bleiben. Worin sie und ihre Autoren sich stets treu bleiben: Den Leser ernst nehmen, nicht sich selbst.

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