Margiela. Ich buchstabiere: M wie Mama...

Ich schicke mal voraus: Ich liebe meine Eltern über alles. Aber was ich gerade wieder am Telefon durchgestanden habe, wird mich zwei Jahre früher sterben lassen, weil es an die Nerven geht: Mama meine Weihnachtswünsche durchgeben. Mama kennt sich nun mal bei den Marken nicht so gut aus, Emailen kann sie nicht, und das heißt damit automatisch: Ich bin eine Buchstabiermaschine.

Gesprächseinstieg, nachdem ich die praktischen Wünsche angesagt habe (WMF kennt sie, da geht es schnell, aber ab da wird es heikel...).

Ich: "...Dann wünsche ich mir das Buch von Maison Martin Margiela."

Mama: "Wer?"

Ich: "MÄÄÄÄÄSO MAAAARRRTIN MAJIELA. Also, Maison wie französisch 'Haus', dann 'Martin',..."

Mama: "Wer?"

Ich: "Martin! MARTIN - wie der Martin!"

Mama: "Martin?"

Ich: "Ja, Martin wie Sankt Martin! Und dann 'Margiela'"

Mama: "Was soll denn das für ein Name sein?"

Ich: "Ist doch jetzt egal. Ich buchstabiere: M wie Martha, A wie Anton, R wie Richard, G wie Gustav, I wie Ida, E wie Emil, L wie Ludwig, A wie Anton. Haste das?"

Mama: "Ja. Bekomm ich das bei Bücher Zimmermann?"

Ich: "Ganz bestimmt, Mama. Ich wette, die haben sogar mehrere Exemplare vorrätig."

So in der Art ging es dann noch ein halbe Stunde weiter mit diversen Wünschen aus dem Hause Jo Malone, Louis Vuitton (Hülle für den BlackBerry... ein Desaster), Prada (u.a. dem neuen Bildband "Prada" von "Miuccia Prada" - Mama: "Kann ich da nicht einfach nach Prada fragen?" Ich: "Ja, mach." Wahrscheinlich verkauft ihr Bücher Zimmermann dann 'Der Teufel trägt Prada' als Taschenbuch), usw.

Meiner Mutter geht es jetzt wahrscheinlich nicht besser als mir und im nächsten Jahr gibt es einfach wieder Bargeld.

Foto: Maison Martin Margiela

Modepilot
Modepilot ist Deutschlands erster Modeblog. Mit seiner Gründung in 2007 war und ist er Vorreiter der unabhängigen Mode-Berichterstattung. Noch heute wird die Seite leidenschaftlich von Mitgründerin Kathrin Bierling geführt. Sie ist eine ausgebildete und erfahrene Journalistin, die zunächst bei der Financial Times lernte und arbeitete und dann einige Jahre bei der WirtschaftsWoche beschäftigt war, bevor sie die Seiten Harpersbazaar.de, Elle.de und InStyle.de verantwortete. An Modepilot liebt sie, dass sie die Seite immer wieder neu erfinden muss, um am Puls der Zeit zu bleiben. Worin sie und ihre Autoren sich stets treu bleiben: Den Leser ernst nehmen, nicht sich selbst.

Kommentare