Chanel stellt sich an

Nein, es ist keine Todesanzeige, was Chanel da vor ein paar Wochen als Anzeige in der WWD geschaltet hat (Ich blättere gerade alte Ausgaben durch, deswegen fällt es mir jetzt erst auf). Aber es ist fast genauso traurig. Denn Chanel gibt mit diesem Manifest zu verstehen, dass man den Markennamen nicht in verfremdeten Gebrauch sehen will. Also man soll oder darf den Markennamen Chanel nur in Zusammenhang mit tatsächlichen Produkten von Chanel nennen. Und umgekehrt eben nicht von einer "Chanel-Jacke" sprechen, wenn es nicht wirklich eine ist, oder Stilblüten wie "Chanel-ized" oder "Chanel-ed" benutzen. Im Detail heißt es dazu:

und weiter:

"Chanel was a designer, an extraordinary woman who made a timeless contribution to fashion.

Chanel is a perfume.

Chanel is modern elegance in couture, ready-to-wear, accessories, watches and fine jewelry.

Chanel is our registered trademark for fragrance, cosmetics, clothing, accessories and other lovely things.

Although our style is justly famous, a jacket is not 'a Chanel jacket' unless it is ours, and somebody else's cardigans are not 'Chanel for now'.

And even if we are flattered by such tributes to our fame as 'Chanel-issime, Chanel-ed, Chanels and Chanel-ized', please don't. Our lawyers positively detest them.

We take our trademark seriously.

Merci, Chanel, Inc."

Ja, was will man da sagen? Jeder Markenrechtler würde das jetzt unterschreiben, aber ich finde, einen etwas freieren Umgang zu gestatten, gerade bei neuen Wortkreationen, zeugt eher von einer entspannten Haltung. Und irgendwie will es mir nicht in den Sinn, wie das einer renommierten Marke schaden soll.

Fotos: Milanoffice/Modepilot

Modepilot
Modepilot ist Deutschlands erster Modeblog. Mit seiner Gründung in 2007 war und ist er Vorreiter der unabhängigen Mode-Berichterstattung. Noch heute wird die Seite leidenschaftlich von Mitgründerin Kathrin Bierling geführt. Sie ist eine ausgebildete und erfahrene Journalistin, die zunächst bei der Financial Times lernte und arbeitete und dann einige Jahre bei der WirtschaftsWoche beschäftigt war, bevor sie die Seiten Harpersbazaar.de, Elle.de und InStyle.de verantwortete. An Modepilot liebt sie, dass sie die Seite immer wieder neu erfinden muss, um am Puls der Zeit zu bleiben. Worin sie und ihre Autoren sich stets treu bleiben: Den Leser ernst nehmen, nicht sich selbst.

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