Das Überhemd
Auf der Suche nach dem perfekten T-Shirt, Folge 7: MKM India
Die beiden Tuwörter „einlaufen” und „eingehen” sind hierzulande für Fußballer und Katholiken reserviert. Fußballer laufen in das Stadion ein, Katholiken gehen in den Himmel ein, wenn alles läuft wie geplant. Was hierzulande nicht eingeht oder einläuft, das sind zweifelsohne T-Shirts.
Wann hat man zuletzt den Satz „mein T-Shirt ist mir eingegangen” gehört? Also. Zu verdanken haben wir diesen paradiesischen Zustand übrigens der DIN 53894 T.2, in welcher mit großer Liebe zum Detail die sogenannte Krumpfarmausstattung geregelt ist.
Krumpfarm ist nun nichts, woran manche Damen im fortgesetzten Alter leiden, krumpfarm bedeutet, dass der Baumwollstoff vor seiner Weiterverarbeitung in der Schneiderei einen industriellen Prozess durchlaufen hat, bei dem mit Hilfe von Feuchtigkeit, Hitze und Druck zwischen Gummiwalzen der Prozess des Einlaufens vorweg genommen wird. Man könnte auch sagen: Das Zeug wurde vorgewaschen.
„Eine derart ausgerüstete Ware gewährleistet in der Regel eine Maßstabilität im Bereich von etwa +/- 1 % und wird als "krumpfecht" oder "krumpfarm" bezeichnet. Insbesondere für den Bereich der technischen Textilien, etwa im Flugzeug- oder Automobilbau, werden Gewebe auf einen Wareneinsprung von unter 0,3 % gekrumpft”, schreibt Wikipedia dazu. Wareneinsprung! Was für ein schönes Wort.
Das alles ist dem Inder natürlich herzlich egal. In Indien gibt es kaum Waschmaschinen, und wenn, wäre es ein Wunder, wenn sie die 60 Grad Celsius erreichten, die nötig sind, um ein T-Shirt ordnungsgemäß zu krumpfen. In Indien wird die Wäsche ja im Fluss gewaschen und der ist meist kalt. Also Vorsicht mit indischer Wäsche in deutscher Maschine. Hätte man sich ja denken können. Vorher. Schade.
Vorher hat das Teil aus dem Hause „MKM India”, one size fits all, hundret rupees only Sir, vorher hat das Teil nämlich richtig gut gepasst. Und keine Adresse, bei der man sich beschweren könnte. So ein Scheiß. Man mag unseren Lebensstil in Deutschland ja total verkrumpft nennen, aber wenigstens gehen unsere Hemden nicht ein.

außer mein neues lacoste-polo nach der ersten "etikettengemäßen" wäsche... shit!
Ich muss die Inder in Schutz nehmen. Maleoffice streckt auf dem Bild so unglaublich seinen Bauch raus, dass man fast denken könnte, er ist schwanger. Da hat man ihn wohl zu spät aus der "Frauenredaktion" geholt. "Hilfe, holt mich hier raus, aber schnell, bevor mich die Mädels mit ihren Schwangerschaftshormonen anstecken." Tja, zu spät und nun passen auch die hundret rupies-Shirts nicht mehr.
zieh doch wenigstens deinen bauch ein, wenn du ihn schon fotografieren und dann online stellen musst. da wirds einem ja schlecht!
und wenn du mal ein bischen sport machen würdest würden dir sicherlich auch stinknormale tshirts passen. es gibt nicht für alles eine sondergröße.
lagerfeld sagt mode gibt es bei frauen nur bis 34. bei männern ist das iwo auch begrenzt.
denk mal nach ob du hier richtig bist 😉
vllt solltest du weniger über dich schreiben und mehr über die männermode an sich. wie schon oft erwähnt fehlt das den männlichen lesern hier oft.
und mit deinen artikeln kann sich wahrscheinlich auch ein großteil der männlichen leser nicht identifizieren...
Leute, jetzt hackt doch nicht alle auf meinem Model rum. Wisst ihr eigentlich, wie schwer es ist, jemanden zu finden, der das halbwegs professionell macht und dafür kein Geld verlangt? Wenn mir der Typ abspringt, dann ist auch mit der Kolumne Ende Gelände. Also bitte. Selbstverständlich gab es auch Bilder ohne Bauch. Die zeigten aber nicht so schön, wie stark das Hemd tatsächlich eingelaufen ist. Abgesehen davon fand ich den gezielten Bruch des gängigen Schönheitsideals an dieser Stelle ganz prickelnd. Kein kommerzielles Magazin würde so ein Bild drucken.
ich machs! umsonst! in schlank!
mit der kolumne ende gelände!? ..das wäre alles andere als ein herber verlust!
nein, sowas findet man nicht im gq oder in der vogue. und warum!? weil es abstoßend ist. wenn ich auf modeblogs gehe will ich schönes sehen, sonst könnte ich doch auch auf freakshow.com gehen
also, bin ich jetzt mit an board!? 21 jähriger student aus berlin, bodymaßindex unter 20 und mit an höchst grenzender wahrscheinlichkeit stilsicherer als "dein model"
Lieber Jan, die Fotografin fotografiert, das Model modelt, die Stylistin stylt und ich schreibe. Und der Leser (du!) liest und kommentiert manchmal. So ist nun mal die Rollenverteilung hier. Allerdings wäre ich bereit, deine Stilsicherheit zu begutachten und dein Lieblings-T-Shirt in der Kolumne zu besprechen, allerdings nur, falls die Stylistin ihre Zustimmung gibt. Du kannst es mir leihweise schicken, wenn es weiß ist und kein Raver-Print drauf ist. Nimm halt, mit Rücksicht auf den Körperumfang des Models, vielleicht eines, was eine Nummer zu groß ist.