Das Überhemd
Auf der Suche nach dem perfekten T-Shirt, Folge 4: American Apparel
Neulich in der Pannebar. Da steht plötzlich eine hübsche Frau vor mir mit dunklen kurzen Haaren, sie trägt ein schwarzes Etuikleid mit einem Kragen, der von Chalayan sein könnte, von Demeulemeester oder von Yamamoto. Ich frage sie natürlich nicht nach ihrem Schneider, das wäre ein unziemliches Thema angesichts der späten Stunde. Stattdessen fummle ich ein wenig an ihrem Kragen herum. Man kann ihr ihn tatsächlich bis über die Nase ziehen! Danach tänzelt sie vor mir eine Art Charleston. Verstehe: sie hat einen Glassplitter unter den Schuhsohle. Sie reicht mir ihre Tasche, eine gute!, zieht ihren linken Schuh aus und klaubt mit spitzen Fingern eine Scherbe aus dem Leder. Danach zieht sie den Schuh mit einer eleganten Handbewegung wieder an. Von links schiebt derweil ein gut gekleideter Herr – doch nicht etwa ihr Schneider? – seinen Arm um meine Schultern. Wie um etwas klar zu stellen, legt die Frau ihre flache Hand auf meinem Herz, kratzt ein wenig an mir herum und blickt dem Herrn tief in die Augen. Die beiden scheinen sich zu kennen. Er kneift mir daraufhin in die rechte Brustspitze. Irgendwo hab ich die beiden schon mal gesehen, oder? In München vielleicht? Aber das frage ich natürlich nicht, weil erstens ist es in der Pannebar zu laut zum Reden und zweitens ist man dort diskret. Wenn ich überhaupt noch etwas von den Geschehnissen verraten darf, dann höchstens, dass mein T-Shirt von AA war, es heißt „Deep-V-Neck Summer Shirt”. Ich bin versucht zu sagen, es war ein AAA, denn mehr kann ein T-Shirt kaum leisten.
Foto: Monika Höfler; Styling: Sibylle Oberschelp

Danke, genau so ein T-Shirt suche ich, um es mit meiner überdimensionalen Rock-Chick-Halskette zu tragen. Gleich mal bestellen...
t-shirt gefaehlt mir gut. ich denke ich will auch so einen.