Das Überhemd

Auf der Suche nach dem perfekten T-Shirt, Folge 3: TCM

Dieses T-Shirt habe ich nicht gesucht, dieses T-Shirt hat mich gefunden. Und das ging so: Mittagspause, einen Kaffee Latte bitte, den Deckel nicht fest gemacht, tellergroßen Fleck auf dem Hemd. Und in zehn Minuten Redaktionskonferenz. Was tun? Also zurück zu Tchibo: Sagen Sie mal, haben Sie T-Shirts gegen Ihren Kaffeeflecken? Und da lagen sie: zwei Stück für, keine Ahnung mehr, sieben neunundneuzig. Ich hätte auch Neunundneunzig siebzig bezahlt, schließlich war das ein echter Notkauf. Auf den ersten Blick ein ganz schön geschnittenes Teil, mit dezent eingewebten Querstreifen und einer Art Schößchen hinten am Po. Auf den zweiten Blick dann die Mängel: Viel zu transparent! So was beschert vermutlich enorme Aufmerksamkeit im Schwulenclub, aber erotische Aufmerksamkeit ist nicht das, was man in einer Redaktionskonferenz zwischen 33 Frauen erregen möchte. Außerdem besteht das Hemd aus Polyester. Solche Polyesterhemden haben den Vorteil, bereits trocken aus der Waschmaschine zu kommen, tatsächtlich aber würde man sie am liebsten in der Waschmaschine belassen, so grauenvoll fühlen sie sich an auf der Haut. Außerdem muss man bei Polyester ständig an sich riechen, ob noch alles okay ist. Also: Wenn das Ding aus Baumwolle wäre, und eine Nummer größer dazu, wenn die Nähte nicht so auffällig wären und wenn die Schultern einen Tick weiter außen sitzen würde, dann, ja dann. Das waren jetzt aber leider drei Wenns zuviel.

Foto: Monika Höfler; Styling: Sibylle Oberschelp

Modepilot
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